In den letzten Jahren hat die Zahl der organisierten Treffen zugenommen, bei denen sich Männer in einem geselligen, halböffentlichen Rahmen zur gemeinsamen Masturbation treffen. Diese Zusammenkünfte, die oft als „Masturbationsclubs“ oder „Bate-Events“ bezeichnet werden, sind in den USA und im Vereinigten Königreich immer häufiger anzutreffen und breiten sich auch in Spanien, Mexiko, Australien, Frankreich und Südafrika aus. In der Schweiz und Deutschland kennen wir die Gay Saunas, aber Bating Clubs sind etwas anderes.
Inhalt
Was sind Bating Clubs?
Diese Clubs oder Veranstaltungen folgen in der Regel einer vertrauten Struktur: Die Teilnehmer treffen sich zu Beginn, oft nackt oder in Unterwäsche, und tauschen Getränke und Gespräche aus. Nach einer gewissen Zeit des Kennenlernens beginnt die „Spiel“-Phase. Einzelne Männer oder kleine Gruppen von Männern masturbieren sich gegenseitig oder alleine, wobei sie manchmal zusehen oder dabei beobachtet werden, wobei sie sich darüber im Klaren sind, dass dies die beabsichtigte und einvernehmliche Aktivität des Abends ist.
Wer geht hin?
Während diese Veranstaltungen ursprünglich stark in der schwulen und bisexuellen Gemeinschaft verwurzelt waren, bezeichnen sich viele dieser Clubs heute als inklusiv. Unter den Teilnehmern finden sich schwule Männer, bisexuelle Männer, heterosexuelle Männer, verheiratete Männer und sogar Männer, deren primäre sexuelle Aktivität die Selbstbefriedigung ist, die aber nach Gemeinschaft oder Erkundung suchen. Ein Organisator sagte, dass sich etwa 40 % der Teilnehmer als heterosexuell oder solosexuell: Das sind Männer, für die Masturbation die wichtigste sexuelle Aktivität ist.
Warum jetzt?
Mehrere sich überschneidende Faktoren scheinen den Aufstieg dieser Clubs zu erklären:
- Isolation nach der Pandemie: Die soziale Isolation, die durch die Pandemie ausgelöst wurde, verstärkte bei vielen Männern das Gefühl der Einsamkeit. Veranstaltungen wie diese bieten Anschluss, wenn auch in einem sexualisierten Kontext, der aber oft eher als gemeinschaftlich denn als rein partnerschaftlich verstanden wird.
- Veränderte Einstellungen zu Männlichkeit und Sexualität: Einige Analysten stellen fest, dass die gemeinschaftliche männliche Masturbation ältere Skripte der männlichen Sexualität – solo, versteckt, privat – durchbricht und ein Modell der Männlichkeit schafft, das umfassender ist, bei dem es mehr um gemeinsames Vergnügen und weniger um Leistung geht. Es ist ein echter Moment der Verbundenheit und hat für viele Mitglieder eine therapeutische Wirkung.
- Historische Präzedenzfälle: Diese Art von Zusammenkünften ist nicht ganz neu. Forscher haben auf „Wichs-Partys“ während der frühen AIDS-Krise hingewiesen, als ängstliche Männer nach sicheren Formen des sexuellen Ausdrucks suchten. Die heutigen Versionen passen sich an neue soziale, kulturelle und technologische Kontexte an.
Wie sie funktionieren: Regeln & Atmosphäre
Die Atmosphäre ist in der Regel ausdrücklich nicht-penetrierend (nur Masturbation) oder mit Regeln rund um das Einverständnis, keine Diskriminierung und keine Erwartung von oral oder anal, die goldene Regel lautet „keine Lippen unterhalb der Hüften“. Der Schwerpunkt liegt auf der gegenseitigen Sichtbarkeit und nicht auf der Interaktion mit Fremden im traditionellen Sinne. Ein Organisator beschrieb die Veranstaltung als „einen Raum der Erkundung, der Neugier… die Leute lernen andere Praktiken kennen und sind begeistert, wenn sie sehen, wie eine andere Person sich selbst befriedigt.“
Viele Veranstaltungen betonen die Themen Brüderlichkeit und Inklusivität: „Es geht nicht um Geschlecht, Körperbau, Alter oder Orientierung, der gemeinsame Nenner ist einfach ‚Vergnügen'“, sagte ein Mitglied.
Wie es ist
Am Eingang wird deine Anmeldung überprüft und die Regeln werden dir erklärt. Dann ziehst du dich aus und legst deine Kleidung an der sicheren Garderobe ab. Mit einem nummerierten oder farbigen Armband kannst du Getränke bestellen und deine Sachen später abholen, damit du die Hände frei hast und das Erlebnis einfach ist.
Die Kleiderordnung ist nackt oder in Unterwäsche, und aus hygienischen Gründen ist Schuhwerk erforderlich. Die Bar ist oft die erste Anlaufstelle, ein entspannter Ort, um zu plaudern, andere Bators kennenzulernen und die Atmosphäre zu genießen.
Wenn du die Spielbereiche erkundest, findest du schummriges Licht, weiche Ecken und Räume, die sowohl für kleine als auch für größere Gruppen geeignet sind. Einige Teilnehmer streicheln privat, andere schließen sich Gruppen an und viele schauen zu. Die Energie entwickelt sich ganz natürlich im Laufe des Abends. Du wählst dein Tempo. Du kannst aktiv teilnehmen, im Stillen beobachten oder zwischen beidem wechseln. Das Leitprinzip ist einfach: Es ist deine Zeit, dein Komfort und dein Rhythmus.
Geografische Verteilung
Das Phänomen ist zwar in den USA und Großbritannien verbreitet, wird aber auch aus anderen Regionen berichtet: Australien, Spanien, Mexiko, Südafrika und Teile von Kontinentaleuropa, darunter Frankreich. Die Veranstaltungsorte variieren: von privaten Clubräumen bis hin zu Bar-Events, oft mit monatlichen Treffen. Die weltweite Verbreitung deutet auf eine Konvergenz von Sexualkultur, Online-Organisation und neuen Formen männlicher Intimität hin.
In Frankreich, Paris Jacks betreibt ein großes monatliches Treffen, das rund 150 Teilnehmer in einer freundlichen und entspannten Atmosphäre zusammenbringt und einen strukturierten Raum für gegenseitige Masturbation und gemeinsames Spiel bietet. In Großbritannien, Bator-Bro veranstaltet ein monatliches Treffen in einem alternativen Sexraum für Männer, die Sinnlichkeit, Nüchternheit und konzentrierte Gruppenmasturbation suchen. Ihre Veranstaltungen dauern oft mehrere Stunden und ziehen weit über hundert Teilnehmer an, die eine lebendige Mischung aus erfahrenen „großen Brüdern“ und Neulingen, die die Szene zum ersten Mal entdecken, bilden.
Bei den meisten Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich, um eine kontrollierte und einvernehmliche Atmosphäre zu schaffen. Poppers sind in diesen Räumen normalerweise erlaubt, aber viele Clubs raten aus Sicherheitsgründen davon ab, Glasflaschen mitzubringen. Für alle, die ihr Lieblingsgetränk genießen wollen, ohne sich Sorgen zu machen, dass es kaputt geht, ist eine leichte, bruchsichere Aluminiumflasche wie die XTRM Biest XXL ist eine praktische Option.
Soziale und kulturelle Überlegungen
Dieses Phänomen wirft mehrere interessante kulturelle Fragen auf:
- Es stellt die traditionellen sexuellen Skripte (penetrant, paarweise, privat) in Frage, indem es nicht-penetrierende, gemeinschaftsorientierte sexuelle Spiele anbietet.
- Sie spiegeln die sich verändernden Bedürfnisse wider: Für einige Männer sind diese Treffen eine Antwort auf ihre Einsamkeit, auf den Wunsch nach gleichgesinnten Freunden oder auf ihre Neugier auf alternative sexuelle Erfahrungen.
- Das wirft die Frage nach dem Geschlecht auf: Warum gibt es viel weniger formell organisierte Masturbationsclubs nur für Frauen? Einige Forscher argumentieren, dass die historische Unsichtbarkeit der weiblichen Solosexualität eine Rolle spielt.
- Es regt zum Nachdenken über Sicherheit, Zustimmung und öffentliche Gesundheit an: Kommunale Sexualräume erfordern klare Regeln, Hygiene und ein Bewusstsein für Risiken (auch wenn der Verzicht auf Penetration bestimmte Risiken verringert).
Schlussgedanken
Masturbationsclubs für Männer stellen eine Schnittmenge aus Sex, Gemeinschaft und sich verändernder Männlichkeit dar. Sie deuten darauf hin, dass für einige Männer die traditionelle Solo-Session oder der Geschlechtsverkehr zu zweit nicht die einzigen sinnvollen Sexualpraktiken sind. Stattdessen rücken Vergnügen, Sichtbarkeit, Brüderlichkeit und alternative Rituale in den Vordergrund. Da sich diese Treffen weltweit immer weiter ausbreiten, bieten sie einen neuen Blick darauf, wie Männer sexuelle Intimität neu definieren – nicht nur mit ihrer Partnerin, sondern auch mit Gleichaltrigen, sich selbst und dem Raum.